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Alte
Apothekenrezepte zum selbst Ausprobieren
Morsellen (morsuli)
Morsellen waren eine beliebt Methode, bittere
Medizin in eine süße Verpackung (Arzneiform) zu stecken. Die
"kleinen Bissen" (lateinisch morsus: der Bissen, morsellus: der kleine
Bissen) schmecken wie Konfekt, sind aber eigentlich Medizin zur besseren
Verdauung- traditionell gegen das Völlegefühl nach üppigem
Weihnachtsessen.
Schon die Damen in Theodor Fontanes Romanen wußten
sie zu schätzen: die Magenmorsellen, ein Gewürzkonfekt, das auf
milde Weise den Magen "aufräumt". Erstmals wurden Morsellen in einem
alten Arzneibuch von 1495 erwähnt. Heute verstehen sich nur noch wenige
Apotheker auf ihre Herstellung.
In der Kupferkasserole wird der Zucker auf genau
123 Grad Celsius erhitzt. Fein aufeinander abgestimmt werden Mandeln, Sukkade,
Orangeade und Gewürze wie Anis, Piment, Muskatnuss, Nelken, Ingwer
oder Kardamom. Gewürze wie Zimt, Anis, Muskatnuß, Nelken, Ingwer,
Kardamom bei der Herstellung in die Zuckermasse eingerührt. Die flüssige
Masse wird in eine angefeuchtete Form aus Buchenholz gegossen. Wenn sie
fast erstarrt ist, wird sie geschnitten und noch zwei Tage gelagert.
Schokolade-Morsellen
Gestoßener Zucker wird mit Wasser
und Pfefferminzöl verrührt und unter fortgesetztem Umrühren
über schwachem Feuer so lange erhitzt, bis der Zucker dünnflüssig
wird, ohne jedoch zu kochen, worauf man feingehackte süße
Mandeln, feingehackte, eingemachte Pomeranzenschale, geriebene
Schokolade, etwas gestoßene Vanille und gestoßenen Zimt hinzumengt
und die Masse in Handbreite, lange Raspeln von steifen Papier, welche zuvor
mit Mandelöl bestrichen wurden, gießt und darin erkalten läßt,
um sie schließlich in beliebige Stücke zu zerschneiden
Magenbitter
Die Aufhebung der preußischen Medizinverordnung
durch die französische Besatzung um 1840 hatte zur Folge, dass
in den Apotheken auch Schnaps angeboten werden durfte. Magenbitter eignet
sich hervorragend als Digestif und Aperitif. Er regt die Magensaftsekretion
an und macht schweres Essen leicht verdaulich und dient zum Erhalt des
allgemeinen Wohlbefindens. Der Magenbitter erwärmt den Unterleib,
fördert die Verdauung und reinigt Leber und Niere.
unreife Pomeranzenfrüchte
Pomeranzenschalen
Gewürznelken
Cassia
Kardamom
Ingwer
werden in 60 Vol.-% Alkohol 10 Tage lang ausgezogen, filtriert und mit
Zucker vermischt.
Glühweingewürz
Seit der Goethezeit zählt die Zubereitung
von Glühwein zu den traditionellen Bräuchen der Vorweihnachtszeit.
Verführerisch aromatischer, heißer Glühwein ist mit einer
fertigen Glühweingewürz-Mischung im Handumdrehen zubereitet.
Zimt, Nelken, Kardamom, Muskatblüte, Zitrusschalen und Vanillestücke
in einer wohlausgewogenen Mischung sorgen dafür, daß dieses
traditionelle winterliche Heißgetränk immer gelingt.
Zubereitung:
Etwa ca. 3 Esslöffel Glühweingewürz
für 0,7 Liter Rotwein und 0,7 Liter Wasser oder Schwarztee nehmen,
Wein und/oder Wasser erhitzen und beides zusammen nach Geschmack mit dem
Glühweingewürz im Teenetz ziehen lassen.
Zimt
Gewürznelken
Kardamom
Muskatblüte
Zitrusschalen
Vanille
Franzbranntwein
Franzbranntwein ist ein bewährtes Einreibe-
und Massagemittel zur Vorbeugung von Muskel- und Gelenkschmerzen, Zerrungen,
Prellungen. Die Einreibung fördert die Hautdurchblutung und erfrischt
müde Beine.
Anwendung: Franzbranntwein wird ein- bis
mehrmals täglich aufgetragen und einmassiert. Nur zur äußerlichen
Anwendung. Wird ein älterer Patient mit Franzbranntwein eingerieben,
muss unbedingt eine Rückfettung der Haut erfolgen.
Fichtennadelessenz
Campher, synthetisch
Alkohol unvergällt 99%
Wasser, gereinigt
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